Balance-boosting-Boni wie Einzahlungsboni sind für EU-regulierte Broker seit dem 01.08.2018 per ESMA-Maßnahme verboten. Cost-reducing-Boni wie Cashback-Programme können unter bestimmten Bedingungen auch bei EU-regulierten Anbietern zulässig sein. Die folgende Übersicht erklärt alle fünf Haupttypen mit ihrer jeweiligen Mechanik, ihrem EU-Rechtsstatus und ihrer Zielgruppe.
Quelle: BaFin, ESMA, Stand August 2026.
Überblick: Die 5 CFD Bonus-Typen im Vergleich
| Bonus-Typ | Mechanik | Auszahlbar | EU-Status | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Einzahlungsbonus | 20–150% auf Einzahlung | Nein (nur Gewinne) | Verboten (ESMA 2018) | Aktive Trader, offshore |
| Cashback-Bonus | % der Handelsgebühren zurück | Oft ja | Bedingt zulässig | Aktive Daytrader |
| No-Deposit Bonus | 10–100 USD ohne Einzahlung | Nein (strenge Bedingungen) | Verboten (ESMA 2018) | Sehr selten |
| Risk-Free Trades | Verlust als Bonusguthaben erstattet | Nein (Credit) | Verboten (ESMA 2018) | Einsteiger (offshore) |
| Empfehlungsbonus | Feste Summe für Werbenden + Geworbenen | Bedingt | Bedingt zulässig | Bestandskunden |
Alle Beträge und Prozentsätze sind brokerabhängig und dienen als Orientierung.
Einzahlungsbonus (Deposit Bonus)
Ein Einzahlungsbonus ist ein prozentualer Aufschlag auf die erste oder weitere Einzahlung eines Traders. Bei einer Einzahlung von 1.000 Euro und einem 50-Prozent-Bonus wird das Handelskonto mit 1.500 Euro aktiviert; die zusätzlichen 500 Euro sind Bonusguthaben, kein eigenes Kapital. Typische Einzahlungsboni liegen zwischen 20 und 150 Prozent der Einzahlung, mit einem Maximalbetrag von 500 bis 50.000 USD je nach Anbieter (brokerabhängig).
Der Einzahlungsbonus erhöht zwar das Margin, verpflichtet den Trader aber zur Erfüllung einer Rollover-Anforderung. Die Formel bei internationalen Anbietern lautet typischerweise: Bonusbetrag in USD multipliziert mit 35 Prozent (brokerabhängig) ergibt die Anzahl Standard-Lots, die gehandelt werden müssen. Bei 500 USD Bonus sind das 175 Standard-Lots innerhalb von 30 bis 60 Tagen.
Balance-Boosting vs. EU-Regulierung
Einzahlungsboni gelten als balance-boosting-Instrumente, da sie das Handelsguthaben direkt erhöhen. Die ESMA stuft solche Anreize als risikoerhöhend für Privatanleger ein und hat sie zum 01.08.2018 für EU-lizenzierte Broker verboten. Offshore-Broker unter ASIC-, FSA- oder FSC-Aufsicht sind an dieses Verbot nicht gebunden. Anleger, die solche Angebote nutzen, verzichten damit auf den EU-Anlegerschutz einschließlich Einlagensicherung.
Cashback-Bonus
Ein Cashback-Bonus erstattet einen Prozentsatz der gezahlten Handelsgebühren (Spreads oder Kommissionen) nach Abschluss von Trades. Cashback reduziert die effektiven Handelskosten, ohne das Kontokapital direkt zu erhöhen. Typische Cashback-Raten liegen zwischen 0,5 und 5 Prozent der Gebühren (brokerabhängig); bei einem Trader mit 1.000 Euro Handelsgebühren im Monat ergibt das bis zu 50 Euro monatlichen Cashback.
Einzahlungsbonus vs. Cashback: Pro und Contra
Einzahlungsbonus
- Sofortiger Margin-Boost für größere Positionen
- Attraktiv bei geringem Startkapital
- In der EU seit 2018 verboten
- Bonusguthaben selbst nicht auszahlbar
- Fördert Overtrading durch Rollover-Druck
Cashback-Bonus
- Reduziert reale Handelskosten laufend
- Unter Bedingungen auch bei EU-Brokern zulässig
- Häufiger in echtes Kapital konvertierbar
- Lohnt sich nur bei hohem Handelsvolumen
- Kein sofortiger Margin-Vorteil
Wann lohnt sich Cashback für aktive Trader?
Cashback lohnt sich bei regelmäßig hohem Handelsvolumen auf gebührenpflichtigen Instrumenten. Ein Daytrader mit 50 Standard-Lots monatlichem Volumen und 3-Prozent-Cashback auf Kommissionen von 3,50 Euro pro Lot (brokerabhängig) erhält 5,25 Euro pro Lot zurück, was 262,50 Euro monatlichem Cashback entspricht. Für Gelegenheitstrader mit niedrigem Volumen überwiegen dagegen die Opportunitätskosten der Bedingungserfüllung.
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No-Deposit Bonus
Ein No-Deposit Bonus schreibt dem Trader ohne vorherige Einzahlung ein Startguthaben von 10 bis 100 USD auf das Handelskonto. Dieses Angebot existiert seit mehreren Jahren immer seltener, da Missbrauch durch Fake-Registrierungen die Anbieterseite belastet. Seriöse No-Deposit-Boni sind an strenge KYC-Verifizierung und hohe Umsatzbedingungen geknüpft.
No-Deposit Boni werden fast ausschließlich von offshore-regulierten Anbietern angeboten. Ein No-Deposit Bonus bei einem unregulierten Anbieter ist ein Warnsignal für potenziell unseriöse Praktiken. Weitere Kriterien zur Unterscheidung seriöser von unseriösen Angeboten finden Sie auf der Seite Seriösen CFD Broker Bonus erkennen.
Risk-Free Trades
Ein Risk-Free-Trade-Bonus erstattet den Verlust des ersten oder der ersten N Trades als Bonusguthaben auf das Handelskonto. Verliert ein Trader beim ersten Trade 200 Euro, werden 200 Euro als Bonusguthaben gutgeschrieben. Dieses Guthaben ist kein Bankguthaben und unterliegt eigenen Umsatzbedingungen, bevor Gewinne daraus ausgezahlt werden können.
Risk-Free Trades schützen nicht vor echtem Kapitalverlust, da nur der erste Trade abgesichert ist und Bonusguthaben nicht direkt ausgezahlt werden kann. Das Angebot richtet sich formal an Einsteiger, ist aber aufgrund der Bonusguthaben-Natur nicht mit einem echten Verlustschutz gleichzusetzen.
Empfehlungsbonus
Ein Empfehlungsbonus vergütet den bestehenden Trader (Werbenden) und den geworbenen Neukunden mit je einer festen Summe oder Gutschrift, wenn der Neukunde ein Konto eröffnet und einen Mindestumsatz erzeugt. Typische Beträge liegen zwischen 50 und 250 USD für den Werbenden und 50 bis 100 USD für den Geworbenen (brokerabhängig). Die Bedingungen umfassen meist Verifizierung des Neukunden, Ersteinzahlung und ein Mindesthandelsvolumen innerhalb von 30 Tagen.
EU-konforme Soft Perks: Was bleibt erlaubt?
Nicht alle Bonus-ähnlichen Angebote sind in der EU verboten. Als EU-konforme Soft Perks gelten:
- Kostenloser Zugang zu Handelsplattformen wie TradingView
- Kostenlose Analysewerkzeuge, Bildungsressourcen und Webinare
- Rabatte auf VPS-Hosting für algorithmisches Trading
- Kostenneutrale Kontotyp-Upgrades ohne Geldwert
Diese Angebote erhöhen nicht direkt das Handelsguthaben und gelten daher nicht als Handelsincentive im Sinne der ESMA-Maßnahme.
Fazit
CFD Broker Boni existieren in fünf Haupttypen mit unterschiedlicher Mechanik und unterschiedlichem EU-Rechtsstatus. Einzahlungsboni, No-Deposit-Boni und Risk-Free Trades sind für EU-regulierte Broker verboten. Cashback und Empfehlungsboni sind unter bestimmten Bedingungen zulässig. Für Einsteiger bietet ein Demokonto mehr Sicherheit als jeder Bonustyp.
Autor & Reviewer
Häufige Fragen
Cashback-Programme und Empfehlungsboni können unter bestimmten Bedingungen zulässig sein. Klassische Einzahlungsboni, No-Deposit-Boni und Risk-Free Trades sind für EU-lizenzierte Broker seit dem 01.08.2018 durch die ESMA verboten.
Ein Cashback-Bonus erstattet anteilig bereits gezahlte Handelsgebühren (cost-reducing). Ein Deposit Bonus erhöht das Handelsguthaben durch einen prozentualen Aufschlag auf die Einzahlung (balance-boosting). Beide unterliegen Umsatzbedingungen, aber Cashback ist häufiger in echtes Kapital konvertierbar.
Ja, aber sehr selten und ausschließlich bei offshore-regulierten Anbietern. No-Deposit-Boni bei unregulierten oder unbekannten Brokern sind ein Warnsignal. Die KYC-Bedingungen und Rollover-Anforderungen sind bei solchen Angeboten in der Regel besonders restriktiv.
Risk-Free Trades erstatten den Verlust des ersten oder ersten N Trades als Bonusguthaben, nicht als echtes Kapital. Das Bonusguthaben unterliegt eigenen Rollover-Anforderungen und ist nicht direkt auszahlbar. Der Begriff „risikofrei" ist daher irreführend: nur der erste Trade ist partiell abgesichert.
Weiterführende Informationen
Risikohinweis: Der Handel mit CFDs ist spekulativ und mit erheblichem Verlustrisiko verbunden. 74 bis 89 Prozent der Kleinanlegerkonten verlieren Geld beim CFD-Handel mit Hebel. Dieser Ratgeber dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar.